Irish Stick Fighting

Irish Stick Fighting oder traditionell Bataireacht (sprich Bata-ri-okt) ist die Bezeichnung für die unterschiedliche Formen des Stockkampfes, wie er in Irland seit Jahrhunderten praktiziert wird.

 

Die Formen des irischen Stockkampfes haben sich über die Jahre entwickelt vom keltischen Speer bis hin zur aktuellen Waffe, dem Knüppel oder Stock aus Schwarzdorn (Schlehe), heute bekannt als Shillelagh.

 

In seinen Ursprüngen war das Stick Fighting, eng verbunden mit dem Breitschwert Fechten, so wurde z.B. der Stick einhändig am Ende gefasst, um Schläge zu parieren. Viele alte Lehrbücher setzen den Stick, mit dem Schwert gleich. Den Iren wurde von den englischen Besatzern das Tragen von Waffen/Schwertern verboten, so dass sich Bataireacht aus Kampftechniken des Schwert-, Lanzen- und Faustkampf entwickelt hat. Neben den Anwendungen, zur Verbesserung des Angriffs- und Verteidigungsverhalten mit dem Stick, hat sich in Irland um das 14. Jahrhundert, ein anderer Typus von Stockkampf entwickelt, Cleathadh - der beidhändige Kampf mit dem Stock. Dieser diente sowohl als Trainingsgerät, als auch als originäre Waffe. Die Sticks wurden mit einem Knauf an einer Seite versehen, ähnlich vieler antiker Streitäxte, um dem Schlag mehr Kraft zu verleihen. Dieser Knauf findet sich sowohl in dem Shillelagh wieder aber auch die Kugel am Ende eines modernen Teleskopschlagstocks funktioniert nach dem gleichen physikalischen Prinzip.

 

Gekämpft wurde im 18. und 19. Jahrhundert immer in sogenannten “Factions“. Die Mitgliedschaft in einem “Faction“ basierte fast ausschließlich auf die Zugehörigkeit zu einem Clan, einer Gemeinde oder Landstrich. Diese “Faction fights” waren im Prinzip Massenschlägereien mit hunderten oder sogar tausenden Widersachern. Organisiert in Gruppen wurden diese Kämpfe auf öffentlichen Veranstaltungen wie Volksfesten, Jahrmärkten oder Beerdigungen ausgetragen.

 

Die Einzigartigkeit der Kampftechniken macht in dieser Zeit den Unterschied zwischen Leben und Tod aus, sodass diese Techniken nicht dokumentiert, sondern lediglich mündlich und praktisch, meist innerhalb der Familie, des Clans oder dem engsten Kreis, übermittelt worden sind.

 

Mit der Verfügbarkeit von Schusswaffen und bedingt durch die Auswanderungswelle, aufgrund der Hungersnot in Irland, fiel der Bedarf am Wissen, um die alten Stockkampftechniken weitestgehend weg. Aufgrund der Tatsache, dass die Mehrheit dieser Kampftechniken nicht dokumentiert worden sind, geriet die irische Kunst des Stockkampfs nahezu in Vergessenheit. Lediglich durch die Erzählungen alter Geschichten aus dieser Zeit, einer kleinen Anzahl von kurzen historischen Referenzen und durch wenige Praktizierende, die stolz genug waren, ihr Wissen zu bewahren und an die nachfolgenden Generationen weiterzureichen, blieb ein Teil dieser alten irischen Tradition bis in die heutige Zeit erhalten.

Irish Stick Fighting in der modernen Selbstverteidigung

Wir trainieren Irish Stick Fighting - Rince an Bhata Uisce Beatha. Hierbei handelt es sich um einen Familienstil des irischen Doyle Clans. In Europa wird dieser Stil vertreten durch Headinstructor - Hendrik Röber (http://www.isfworldwide.org)

 

Rince an Bhata Uisce Beatha ist ein effektives Stockkampfsystem und basiert auf einfachen, realistischen Techniken, die Menschen jeden Alters, mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen dazu befähigt, sich gegen aktuelle Angriffe wirkungsvoll verteidigen zu können. Lange Kombinationsketten wie andere Systeme diese zelebrieren, die unter Stress unserer Meinung nach, nicht abrufbar sind, fallen beim Rince an Bhata Uisce Beatha weg. Bei den “Faction fights“ waren oft hunderte Kämpfer beteiligt, so dass es fast nie zu einer Konfrontation gegen einen Gegner kam, somit konnte man sich nicht lange mit einem Gegner beschäftigen. Dieses Prinzip der Einfachheit (K.I.S.S. – Keep it simple and straight), ist vor dem Hintergrund der humanen Stressreaktion, auch heute noch das führende Konzept in der realen Selbstverteidigung. (Trainingskonzept)

 

Die Techniken des Irish Stick Fighting lassen sich problemlos auf Alltagsgegenstände wie zum Beispiel einen Regenschirm übertragen.

 

Aktuell bieten wir Irish Stick Fighting nur in Seminarform und Workshops an. Wir planen aber eine reguläre wöchentliche Trainingseinheit dafür ins Leben zu rufen. Bei Fragen schreibt uns einfach eine Email.